„Ban-Lärm“ besser als Bahnlärm
04.05.2012 - GEISENHEIM
Von Bernd Minges
KULTUR LOKAL Zweite Auflage des Festivals „Besser als nix“/ Verein organisiert Plattform für junge Kultur auf den Geisenheimer Rheinwiesen
Die Bands, die beim „Besser als nix“-Festival (Ban) in Geisenheim auftreten, erhalten keine Gagen. Und dennoch konnte sich der Veranstalter bei der Organisation der zweiten „Ban“-Auflage vor Anfragen kaum retten. Der Verein für junge Kultur im Rheingau registrierte mehr als 100 Bewerbungen aus dem gesamten Bundesgebiet. Der Erfolg des Festivals, das vom Vorstandsteam des Vereins im vergangenen Jahr aus dem Boden gestampft worden war, um endlich einmal Jugendlichen in der Region etwas zu bieten, hatte sich schnell herumgesprochen. 5 000 Besucher waren gekommen und vom Konzept des Fests am Geisenheimer Rheinufer überzeugt.
Mehr als 20 Bands
Zu dem Erfolg habe auch das Publikum selbst beigetragen, sagt Ralf Roth vom Organisationsteam. Er betreut zusammen mit Christine Schneider die Kunst- und Kultur- sowie Essens- und Getränkestände. „Das Publikum hat gezeigt, dass man sehr schön auch friedlich feiern kann“, sagt er. Es gab keine Beschwerden. Die Besucher hielten sich an die Regeln: kein harter Alkohol auf dem Festgelände und striktes Alkoholverbot in den Zugangsbereichen (mit Ausnahme des Weinprobierstands). Getränke dürfen nicht mitgebracht werden.
Das Motto des Festivals lautet „Young culture@home“. Es könnte mit Blick auf die Demonstration, die am Samstag, 12. Mai, in Rüdesheim stattfindet, auch „Ban-Lärm statt Bahnlärm“ heißen. Für den angenehmeren „Ban“-Lärm sorgen mehr als 20 Bands, die vorwiegend aus der Region kommen. Los geht’s am Freitag, 11. Mai, um 18 Uhr, mit der Rheingauer Hardcore Formation „Snakes and Lions“. Höhepunkt am Samstag, 12. Mai, ist um 22.30 Uhr der Auftritt der australischen Rocker „The Sunpilots“. Die vier australischen Musiker leben derzeit in Berlin und haben auf ihrer Europa-Tour schon für viel Wirbel gesorgt. Die Festival-Macher konnten „bei der Anfrage der Sunpilots nicht widerstehen“ und machten eine Ausnahme vom Regionalprinzip, sagt Sabine Rasim, die für Programm und künstlerische Leitung zuständig ist.
„Das Festival soll eine Heimat für junge Gruppen und Künstler bieten“, erklärt Vereinsvorsitzender Dirk Klinner. Die Stadt hatten die Veranstalter schon im vergangenen Jahr auf ihrer Seite und nach dem erfolgreichen ersten Durchgang spricht Bürgermeister Frank Kilian von einer „starken Sache“. Das Konzept sei gut durchdacht, die Veranstalter hätten gezeigt, dass sie professionell arbeiten. Die Stadt könne den Festivalmachern aber nur bei Logistik und Organisation helfen. Aus Gründen der Gleichbehandlung mit anderen Festen sei keine finanzielle Unterstützung möglich. Der Bauhof werde beim Aufstellen des rund einen Kilometer langen Bauzauns an der B 42 helfen.
Für die Logistik ist Daniel Faust zuständig, Margit Jacobi organisiert den Einsatz der rund 100 freiwilligen Helfer. Mit von der Partie ist wieder das Awo-Team der Jugendbetreuung in Rüdesheim, auch Jugendliche der Rheingauschule und der Berufsschule wollen mit anpacken.
Wie im vergangenen Jahr ist der Eintritt frei. Finanziert wird das Festival von Sponsoren und aus den Einnahmen aus Standgebühren und Getränkeverkauf. Finanzmanagerin Anja Faust hofft, dass die Rechnung am Ende aufgeht. Hauptsponsor ist die Rheingauer Volksbank, zu den Sponsoren aus dem Rheingau gehören auch die Firma Wachendorff sowie die beiden Präventionsräte.
Zum ersten Mal wird es in diesem Jahr ein Workshop-Zelt geben mit Angeboten zu Hip-Hop, Swing, Breakdance, Didgeridoo oder Jonglieren. Mitmachen ist auch bei den „Freigeistern“ aus Mainz angesagt. Ihr Motto: In jedem steckt ein Künstler. Sie geben den Besuchern die Gelegenheit, das zu beweisen.
Musikbands, die von Hardcore über Rap und Rock ein breites Spektrum abdecken, bilden das Rückgrat des Festivals, das durch viele Kunst- und Kulturaktionen und multikulturelle Essensstände bereichert wird. Teilnehmer der Bahnlärm-Demo können sich direkt im Anschluss auf den Geisenheimer Rheinwiesen entspannen. Und auch Fußballfans kommen nicht zu kurz: Das Pokalfinale Dortmund-München wird im Workshop-Zelt übertragen.







