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Lars Wardenga

Klimaschutz und Kapitalismus sind unvereinbar

Das Wetter spielt einen Entscheidenden Teil im alltäglichen Small Talk unserer Gesellschaft

- Es wird Zeit, dass das Wetter zum Big Talk unserer Gesellschaft wird

 

Dieses Jahr haben wir einen traumhaft warmen Sommer, aber wie beurteilen unsere wissenschaftlichen Dienste die Lage? Die Antwort lautet: Alarmierend. In ganz Deutschland verzeichnet man Zustände einer leichten bis mittleren Dürre. Laut Hessischem Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) könnte “sich die derzeitige Situation noch weiter in Richtung einer schweren Dürre verschieben”, wenn die durch globale Klimamodelle vorhergesagten trockenen und warmen Witterungen für den verbleibenden Sommer 2018 tatsächlich eintreten sollten.

Klar ist, dass sich Trends im Deutschen Klimawandel abzeichnen, mit immer trockeneren Sommern und immer nasseren Wintern – mit entsprechenden Folgen für Wasserstände und Wasserökosysteme. Maßnahmen wie das Verbot der ansonsten zulässigen Wasserentnahme aus Fließ- und Standgewässern im RTK durch das Regierungspräsidium Darmstadt sind begrüßenswert, aber letzten Endes lindern sie nur die Symptome des menschengemachten Klimawandels.

Landwirt*innen der Region müssen ihre Felder mit massiven Ernteausfällen verfrüht abernten, das Waldbrandrisiko ist gestiegen, selbst abgeerntete Felder können noch in Flammen aufgehen. Der Alteburger Markt in Heftrich musste wegen akuter Brandgefahr erstmals ausfallen. An sich ist Deutschland ein Land, das durchaus anfällig für solche Dürreperioden wäre, doch es ist unserer guten Infrastruktur zu verdanken, dass eine allgemeine Trinkwasserversorgung abgesichert ist. Unsere Supermärkte sind prall gefüllt, in Deutschland werden sogar noch immer grob die Hälfte aller Lebensmittel weggeworfen. Und auch wenn Feuerwehrleute in Deutschland (ehrenamtliche) Arbeit tun, die sie am Zahnfleisch gehen lässt, sind kleinere Feld- oder Waldbrände auch in den abgelegensten Ortschaften oft schnell bekämpft. Aber nicht alle Länder sind von der weltweiten Klimaentwicklung so unberührt, und als wäre es nicht schon zynisch genug, dass die afrikanischen, asiatischen, und südamerikanischen Länder pro Kopf am wenigsten zum globalen CO2 Ausstoß beitragen, so trifft der Klimawandel „sie dort“ noch viel härter als „uns hier“ in Deutschland.

Es stellt sich die Frage, warum der nötige Antrieb den Klimawandel erfolgreich zu bekämpfen zu fehlen scheint. Zum ersten gibt es ein gesellschaftliches Problem, denn der Klimawandel wird kaum mit gebührender Ernsthaftigkeit und nachhaltigkeit diskutiert oder behandelt. Dabei sollte das Thema ein wahrer „Dauerbrenner“ sein. Noch viel schwerer wiegt das Problem unserer profitorientierten Wirtschaftsform: Wenn eine kapitalistische Wirtschaft ihren Beitrag den Klimawandel einzudämmen hätte leisten können, dann hätte sie in den letzten 20 Jahren mehr als genug Zeit dafür gehabt. Deutschland verfehlt seine Klimaziele allerdings regelmäßig, lange bevor das entsprechende Kalendarjahr vorbei ist, und dabei zählt Deutschland noch als „vorbildlich“ in Sachen Klimaschutz. Bedenkt man, dass wir unsere dreckigsten Industrien einfach in „Dritte Welt“ Länder verlegt haben, steht Deutschland noch viel schlechter da. Nein, es ist einfach nicht möglich Natur und Klima zu schonen, wenn der kurzfristige Profit unserer Wirtschaft in deren Zerstörung liegt. Daher steht der Kapitalismus im Widerspruch zum Klimaschutz. Langfristig und nachhaltig denken, das können und werden profitorientierte Automatismen nicht, das können nur Menschen.

Wir Linke rufen daher dazu auf, menschliches rationales Denken an die Stelle dieser Automatismen zu setzen und unseren Wohlstand nachhaltig und fair zu verteilen. Das globale Klima muss gerettet werden, auch wenn dieser Sommer zur Landtagswahl schon vorbei sein wird!