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Lebensschützer machen mobil – Frauenrechte vor religiösen Fundamentalisten schützen

Jetzt, nach dem Aschermittwoch, wollen sogenannte Lebensschützer über mehrere Wochen wieder „Mahnwachen“ vor Beratungsstellen der Schwangerenkonfliktberatung abhalten, u.a. in Frankfurt und Darmstadt aber auch in Wiesbaden. Die Linke im Rheingau Taunuskreis, als Nachbarkreisverband von Wiesbaden kritisiert dieses in höchstem Maße.

Nicht nur, dass diese Stigmatisierung von Frauen, so knapp vor dem Weltfrauentag anmaßend ist und wiederholt an den Grundfesten von Frauenrechten rüttelt, die sich Frauen oft genug hart erkämpfen mussten. Die Schwangerenkonfliktberatung ist gesetzlich vorgeschriebener Bestandteil der Paragraphen 219 und Grundlage für die Nichtverfolgung einer Abtreibung als Straftat.

„Eine Frau in dieser Lage ist in einer sehr prekären Ausnahmesituation.
Die Anforderungen des §218 und §219 sind, auch unter Berücksichtigung des derzeit umstrittenen §219a jetzt schon nur schwer erfüllbar. Und nicht genug damit, dass Frauen oft nur knappe Zeitabstände haben, um diese Anforderungen zu erfüllen, sich notwendige Infos zu holen und nebenbei noch mit ihrem kompletten Leben, das gerade umgekrempelt wird, klarkommen müssen. Nein diese Anforderungen lassen Frauen sehr entmündigt zurück und zeigen nur eines: wirkliches Selbstbestimmungsrecht der Frau ist noch weit entferntes Wunschdenken.“

„Die Tatsache, dass dann auch noch religiöse Fundamentalisten mit Gebetsgesängen und teilweise gefakten Bildern von abgetriebenen Föten den Gang zu einer Beratungsstelle für Frauen zumSpießrutenlauf machen, ist für uns untragbar“ so Katja Joesbury für die Linke Rheingau Taunus. „Wirsehen hier in gravierendem Masse die notwendige Anonymität und den uneingeschränkten Zugang zu Beratungsstellen nichtmehr gewährleistet. Die Frauen werden massiv daran gehindert, die an sie gestellten gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen und wie selbstverständlich werden dazu noch ihre Persönlichkeitsrechte verletzt.

Leider ist das Selbstbestimmungsrecht von Frauen für und über ihren Körper auch heute noch keine Selbstverständlichkeit
„Ich postuliere, wenn ungewollte Schwangerschaften bei Männern möglich wären, würde die komplette Abtreibungsdebatte sehr viel anders geführt werden, insbesondere von den vielen politischen Männern, die Frauen das Verhältnis zu ihrem Körper vorschreiben möchten.“ so Katja Joesbury weiter

Die örtlichen Behörden haben die Möglichkeit mit versammlungsrechtlichen Auflagen diesen Spießroutenlauf für Frauen zu unterbinden und Frauen einen geschützten Zugang zu ermöglichen.Wir fordern die zuständigen Behörden auf, diese Möglichkeiten auch vollumfänglich zu nutzen.