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Ortsverband DIE LINKE. im Rheingau

Ortsverband DIE LINKE. im Rheingau informiert über geheime Atomtransporte durch den Rheingau

Nach Informationen der Zeitung "Trierischer Volksfreund" finden geheime Urantransporte durch Deutschland statt. Container mit radioaktivem Material aus Kasachstan und Namibia würden mit Ziel Südfrankreich per Zug von Hamburg durch NRW und Rheinland-Pfalz nach Pierrelatte in Südfrankreich rollen. Nach Recherchen der Zeitung fahren zwei bis fünf Transporte pro Monat mit Uran von Hamburg über Köln, Bonn, Koblenz, Trier, Richtung Saarbrücken nach Frankreich. Transportiert wird nach Frankreich Natururan, "Yellow Cake", so nennt man das Urankonzentrat, das noch angereichert werden muss, damit es spaltfähig ist. In Pierrelatte wird "Yellow Cake" zu "Uranhexafluorid" umgesetzt. Auf der Schiene wird das Uranhexafluorid U F6 nach Gronau in NRW transportiert. Damit werden in Gronau nach Anreicherung Brennelemente für rund jedes zehnte Atomkraftwerk (AKW) weltweit hergestellt und rund um den Globus exportiert.

Dem pensionierten Berufsfeuerwehrmann Heinz Lupp, Vorsitzender des Ortsbeirates Geisenheim (SPD), sind nachts in Geisenheim Eisenbahnwagen mit dem Gefahrenzeichen "Warnung vor radioaktiven Stoffen oder ionisierenden Strahlen" aufgefallen. Aufmerksam geworden erkannte der ehemalige Feuerwehrmann auch ein oranges Gefahrenzeichen, das auf Uranhexafluorid U F6 hinweist( 2978 Radioaktive Stoffe Uranhexafluorid, nicht spaltbar oder spaltbar). Dazu muss man noch erklären, U F6 wird in Pierrelatte hergestellt und nach Gronau zum internationalen Urananreicherer URENCO, der bundesweit einzigen Urananreicherungsanlage transportiert. Bei der Anreicherung in Gronau fallen pro Tonne spaltbaren U F6 ca. zehn Tonnen abgereichertes U F6 als Abfall an. Ein Teil des Abfalls wird in Gronau zwischengelagert oder nach Südfrankreich zur Aufarbeitung oder Zwischenlagerung transportiert. Uranhexafluorid könnte also zweimal durch den Rheingau rollen. Auch "Yellow Cake" soll schon durch den Rheingau transportiert worden sein.

Welche Gefahr könnte von den radioaktiven Materialien ausgehen? Dabei muss die bisher nicht bekannte Ursache der Entgleisung von den letzten vier Wagen eines leeren Autozuges bei Lorch im Jahr 2013 und müssen gelegentlich auslaufende gefährliche Substanzen und häufige Böschungsbrände als zusätzliche Gefahren gesehen werden. Udo Buchholz, Vorstandsmitglied des "Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz" (BBU) mit Sitz in Bonn, erklärte im WDR.de am Mittwoch 23.07.2014, dass von den Uran-Transporten eine Gefahr für die Bevölkerung ausgeht. Die Transporte mit "Yellow Cake" seien dann relativ sicher, wenn die Container dicht sind. Im Falle eines Defekts würde jedoch lungengängiger radioaktiver Staub freigesetzt. Gefährlicher würden die Transporte, des Uranhexafluorids. Das Produkt, das in Südfrankreich entsteht und nach Gronau zurück transportiert wird, hat es in sich. "Wenn dieser Stoff freigesetzt wird und mit Feuchtigkeit zusammenkommt, entsteht Fluss-Säure." Die sei hochätzend und könne tödlich sein. "Und für diese Reaktion reicht bereits die Luftfeuchtigkeit aus", bei Bränden darf nicht mit Wasser gelöscht werden.

Alarmierend sind die festgestellten Sicherheitsmängel bei Atomtransporten durch Hamburg. Vom Februar bis 28. Mai sind in fünf Fällen Atomtransporte durch Hamburg offenbar wegen Sicherheitsmängeln gestoppt worden. Es habe "einige Fälle" mit "Mängeln an den Transportcontainern" gegeben, so dass "Beförderungsverbote ausgesprochen wurden", teilte der Hamburger Senat in seiner Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linken-Abgeordneten Dora Heyenn und Christiane Schneider mit (Drs. 20/11730). Bei den insgesamt 61 Atomtransporten seit Anfang Februar 2014 wurden 32 Kontrollen durchgeführt. Dabei wurden in 17 Fällen Sicherheitsmängel festgestellt. Das heißt: Mehr als die Hälfte der 32 kontrollierten Atomtransporte durch Hamburg wies sicherheitsrelevante Mängel auf!

Der Sprecher des Ortsverbandes der Partei DIE LINKE. im Rheingau Karl- Heinz Bäuml sagt empört: "Unsere Partei ist generell gegen Atomtransporte, vor allem geheime. Die Bevölkerung muss umgehend und zeitnah von den Gefahren informiert werden. Entsprechend der möglichen Gefährdungen müssen der Katastrophenschutz und die Feuerwehren ausgerüstet und geschult werden.