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Ob nun als bundesweite Notbremse oder weiter dem Föderalismus und dem Gutdünken der Länder überlassen: Das Ganze bleibt inkonsequent und nicht zu Ende gedacht. Wir haben das Gefühl, dass die Regierenden momentan mehr damit beschäftigt sind, sich ständig neue Namen für den Folgelockdown zu überlegen. Lockdown light, Lockdown hart, Brückenlockdown, wenn die zielführenden Anti-Corona Maßnahmen mal halb so fantasievoll wären, wie die Wortschöpfungen.
Jetzt steht es wieder im Raum: Ausgangssperren, noch mehr Kontaktbeschränkungen und Herunterfahren der Freizeitaktivitäten. Wir fragen uns ja, ob man jetzt zuhause die Spiegel abhängen oder sein Netflix Abo kündigen soll. Denn sein wir ehrlich, die Menschen die sich aus Rücksicht schon einschränken, werden das zähneknirschend auch weiter tun. Ob sie ihren sozialen Kontakt zwei- oder einmal die Woche sehen ist dabei fürs Infektionsgeschehen ziemlich irrelevant.
Und diejenigen, die es bisher nicht gejuckt hat, werden es weiter ignorieren und ihre Corona Partys oder Querdenker Demos abhalten.
Wir fordern endlich mehr Augenmaß bei der Maßnahmenergreifung gegen die Covid 19-Pandemie.
Wo ist denn das Ausweiten, Durchsetzen und auch Kontrollieren von Homeofficepflicht oder Ausweitung der Testangebote in den Arbeitsstätten? Noch immer zwängen sich Menschen wie Ölsardinen in den ÖPNV, sitzen ohne Abstand in geschlossenen Räumen mit etlichen Kolleg*innen im Großraumbüro oder stehen dicht an dicht am Fließband.
Warum werden immer noch die Industrie und Wirtschaftslobby bei der Bekämpfung der Pandemie so außen vor gelassen. Warum werden manche Branchen mit Samthandschuhen angefasst und trotz hoher Dividendenausschüttungen mit Kurzarbeitergeld und Subventionen unterstützt, während zum Beispiel kleine Gastronom*innen langsam nicht mehr wissen, wie sie über die Runden kommen sollen.
Beim Impfen muss mehr Koordination und Pragmatismus her. Statt, dass die Hausärzte montags ein Überraschungspaket mit unklarer Menge und Art des Impfstoffes erhalten, müssen diese eine Woche vorher über Art und Umfang informiert werden. Das würde bessere Planbarkeit gewährleisten und würde das Führen von Wartelisten einfacher machen.
Momentan häufen sich die Berichte, dass Registrierungen scheinbar vergessen werden und die Leute wochenlang auf ihre Termine warten. Wird nach 6 Wochen nachgefragt, hat man plötzlich innerhalb eines Tages eine eMail mit einem Termin.
In Sachsen können sich Impfwillige die Termine bei einem beliebigen Impfzentrum geben lassen, so dass sich die Impfwilligen, die zeitlich und örtlich für sie besten aussuchen können.
Die Taktung des ÖPNVs sollte erhöht werden, damit die Menschen nicht alle gedrängt auf einem Haufen sitzen müssen. Die Verfügbarkeit von bspw. UMTS muss sichergestellt werden, um selbst im ländlichen Raum wenigstens temporär schnelles Internet für bessere Homeoffice Möglichkeiten nutzen zu können. Langfristig zeigt sich, wie wichtig der Glasfaserausbau ist.
Was wenig bringt, sind unsinnige Ausgangssperren oder weiteres Herunterfahren von Kontakten, die momentan eh kaum noch stattfinden. Die massive Zahl an weiteren Infektionen, bei immer weiterem Herunterfahren von privaten Möglichkeiten, lässt, neben einer aggressiveren Mutante, leider nur den Schluss zu, dass Wirtschaft, arbeitsbedingte Mobilität und Kontakte eher ein Pandemietreiber sind, als das Treffen von 3 Personen nach 21 Uhr. Dass vor allem Menschen, die draußen mit Abstand unterwegs sind, mit Bußgeldern belegt werden ist schlicht falsch. Die Ansteckungsgefahr ist nahe Null. So werden Menschen in geschlossene Räume gedrängt, das Gegenteil von dem, was erreicht werden muss.
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