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wir haben ein knappes halbes Prozent zugelegt und sind deshalb mit dem Abschneiden unserer Partei zufrieden. Noch zufriedener wären wir, wenn wir doppelt so viel zugelegt hätten. Dann hätten wir auch ein Kreistagsmitglied mehr.
Mögliche Koalitionen im Kreistag, die aus CDU und Grünen oder CDU und SPD bestehen könnten, sehen wir kritisch, es sei denn, dass außer der Verhinderung des Rechtsaußen der CDU Herrn Willsch als Kreistagsvorsitzenden, eine erhebliche Änderung der bisherigen Politik, die durch viele gemeinsame Beschlüsse von CDU, AfD, FDP und der FWG gekennzeichnet war, erfolgen würde. Dazu würde vor allem gehören, dass soziale und ökologische Projekte auf den Weg gebracht würden. D.h. dass höhere Zuschüsse an soziale und ökologische Initiativen und Verbände für ihre unverzichtbare Arbeit gewährt würden, z.B. für die Notfallseelsorge, Wildwasser, die Hospizvereine, die Beratungsstellen für Schwangere und das Kompetenzzentrum erneuerbare Energien.
Die Armutsbekämpfung, insbesondere die Bekämpfung der Kinder-, der Frauen- und der Altersarmut müsste ein Schwerpunkt einer Koalition sein. Dazu gehört auch, dass die Schulsozialarbeit auf die 10. Klassen ausgeweitet wird, mehr Sozialwohnungen gebaut werden und Kindern aus finanzschwachen Familien die notwendigen Tablets zur Verfügung gestellt werden, damit sie am digitalen Unterricht teilnehmen können. Zudem müsste das Projekt Demokratie leben, dass aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit arbeitet gestärkt und es müssten mehr Mitwirkungsmöglichkeiten in der Kreispolitik für junge Menschen geschaffen werden, z.B. durch Jugendforen.
Die Verluste der CDU und der SPD bewegen sich im üblichen Rahmen beider Parteien. Die AfD hatte dieses Mal kein so auf fruchtbaren Boden fallendes populistisches Thema, wie ihre menschenverachtende Hetze gegen Geflüchtete. Ihre versuchte Annäherung an Coronaverharmloser und Coronaleugner hat offensichtlich nicht verfangen. Die leichte Zunahme der FDP ist ebenfalls im üblichen Rahmen. Die der FWG hat anscheinend ihre Ursache in ihrer Positionierung zu der Holzkohlefabrik in Heidenrod. Die Grünen haben wieder ihr Ergebnis der Kommunalwahl 2011 erreicht. Wahrscheinlich deshalb, weil die Auswirkungen des Klimawandels immer stärker zu spüren sind und weil vor allem junge Menschen, die durch fridays for futur politisiert wurden, sie verstärkt wählen.
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