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Chaos bei den Gelben Tonnen: Was hat der Kreis daraus gelernt?

Fraktionsreferentin

Zum Jahreswechsel bekam der Rheingau-Taunus-Kreis einen neuen Entsorger für die Gelben Tonnen. Monatelang standen danach doppelte Tonnen an den Straßen. Wir wollten wissen, woran es lag und wie sich so etwas künftig verhindern lässt.

Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke · eingereicht am 23. Juli 2026 · Stand: beantwortet

Darum geht's

Seit dem 1. Januar 2026 leert nicht mehr Remondis die Gelben Tonnen im Rheingau-Taunus-Kreis, sondern die Firma K+R Umwelt. Dafür mussten alle Gelben Tonnen getauscht werden. K+R lieferte die neuen Tonnen pünktlich, Remondis holte die alten aber nicht ab. In fast allen Haushalten standen deshalb über Monate doppelt so viele Gelbe Tonnen wie nötig, in manchen Kommunen bis Anfang März. Gehwege waren zugestellt, Tonnen fielen um, und einige Kommunen drohten mit rechtlichen Schritten.

Was wir wissen wollten

Wurde das Chaos mit Remondis oder den Dualen Systemen aufgearbeitet? Die Dualen Systeme sind die privaten Unternehmen, die das Einsammeln von Verpackungsmüll organisieren und die Entsorger beauftragen. Kam es zu rechtlichen Schritten gegen Remondis? Und wie kann der Kreis verhindern, dass sich so etwas beim nächsten Wechsel wiederholt?

Was die Verwaltung antwortet

  • Die Ursache: Nach Einschätzung des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft hat Remondis an K+R ein fehlerhaftes Verzeichnis der aufgestellten Tonnen übergeben. Darin sieht der Kreis die Hauptursache für den „katastrophalen Tonnentausch“. Der Vorschlag des Kreises, Remondis solle die alten Tonnen einfach an K+R verkaufen, wurde von Remondis nicht aufgegriffen.
  • Wirklich abgeschlossen war der Tausch laut Eigenbetrieb erst ab Mai 2026.
  • Neue Software: Die Dualen Systeme haben mit K+R vereinbart, eine Software einzuführen, die den Tonnenbestand stets aktuell hält. Die Bitte des Kreises, jährlich aktuelle Zahlen zu bekommen, hielt der Verhandlungsführer der Dualen Systeme für nicht notwendig.
  • Rechtliche Folgen: Ob die Dualen Systeme oder die Kommunen gegen Remondis vorgegangen sind, ist dem Kreis nicht bekannt.
  • Für die Zukunft: Am verlässlichsten wäre es aus Sicht des Kreises, wenn ihm die Tonnen selbst gehörten und die Dualen Systeme sie bei ihm kostendeckend mieteten. Dafür sehen die Dualen Systeme bisher keine Bereitschaft, und durchsetzen kann der Kreis eine solche Forderung nicht. Bei der nächsten Ausschreibung will er erneut versuchen, Einfluss auf einen möglichen Tonnentausch zu nehmen.

Wie es weitergeht

Der Kreis kann vor allem darauf hoffen, dass die neue Software beim nächsten Wechsel ein ähnliches Chaos verhindert. Das schreibt die Verwaltung selbst. Die Kosten und den Ärger trugen in diesem Jahr die Menschen vor Ort, während die Verantwortung bei privaten Unternehmen liegt. Wir behalten im Blick, wie die nächste Ausschreibung vorbereitet wird.

Der Tonnentausch im Zeitverlauf

Von der CDU-Initiative bis zur Antwort auf unsere Anfrage

November 2025
Die CDU-Fraktion bringt das Thema mit einem Dringlichkeitsantrag in den Kreistag.
1. Januar 2026
K+R Umwelt löst Remondis bei den Gelben Tonnen ab. Die neuen Tonnen kommen, die alten bleiben stehen.
10. Februar 2026
Der Kreistag fasst einen Beschluss zum CDU-Antrag.
Bis Anfang März 2026
In manchen Kommunen stehen immer noch doppelte Tonnen an den Straßen.
Mai 2026
Laut Eigenbetrieb Abfallwirtschaft ist der Tausch erst jetzt abgeschlossen.
23. Juli 2026
Unsere Kleine Anfrage 12/26 zur Aufarbeitung.
28. Juli 2026
Der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft antwortet.
18. August 2026
Zwischenbericht zum CDU-Antrag im Kreistag.

Quellen: Kleine Anfrage 12/26 der Fraktion Die Linke vom 23.07.2026; Antwort des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft vom 28.07.2026

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