DIE LINKE bezieht Stellung zum Gassenbacher Hof

Die Linke im Idsteiner Land

Laut Stadtverordnetenbeschluss vom 25.05.2023 zur Mindestquote für sozialgebundenen bezahlbaren Wohnungsbau wurden 20 Prozent für Baugebietsentwicklungen festgesetzt. Im Entwicklungskonzept für das Hofgut Gassenbach lehnt der Bauträger/Investor Molitor Immobilien diese Vorgabe mit der Begründung ab, dass es sich so nicht rentiere. Konkret bedeutet dies, dass von den geplanten 70 Wohneinheiten 14 dem sozialen Wohnungsbau zuzurechnen wären.

Die Idsteiner Stadtverordnetenversammlung stimmt trotzdem diesem Entwicklungskonzept zu - unter Missachtung ihrer eigenen Beschlüsse und lässt sich mit der Drohung eines Rückzugs des Investors erpressen. Auch wenn im Konzept von Molitor eine Privatschule (Montessori) und ein privater Kindergarten vorgesehen sind und dies seitens der CDU als Begründung für eine soziale Komponente vorgeschoben wird, so sieht Die Linke diese Vorgehensweise als weiteren Baustein für eine privilegierte Bevölkerungs- und Einkommensschicht an.

Das Spitzenduo der Idsteiner Linken, Uli Prause und Marvin Coco, merkt hierzu an: „Diese Verhaltensweise ist in Idstein nicht neu: Bei vielen Bauvorhaben hat die Idsteiner Stadtverordnetenversammlung zugestimmt und den Gedanken des sozialen Wohnungsbaus mit Füßen getreten. Alles unter der Prämisse: Lieber schnell und unsozial bauen, als gar nicht bauen.” Die Linke fordert die Stadtverordneten auf, einen neuen Investor zu suchen, der die sozialen Voraussetzungen und gleichzeitig die erheblichen Vorgaben des Denkmalschutzes erfüllt! Bis dahin sind die vorhandenen Gebäude des Gassenbacher Hofes zu sichern. Da das Land Hessen der Stadt Idstein einen beträchtlichen Betrag zuweist (so soll die erste Tranche des Sondervermögens Infrastruktur - z.B. für Wohnungsbau - 8.155.941 € betragen), kann die Finanzierung dieser Sicherungsmaßnahmen ohne Schwierigkeiten gelingen. So Prause weiter: „Die Idsteiner Linke stimmt Baumaßnahmen dieser Größenordnung nur mit sozialem Wohnungsbau zu! Zudem fordern wir die Stadt Idstein auf, einen Gestaltungsbeirat, wie in anderen Städten längst vorhanden, einzurichten.”. Dieser Beirat besteht aus Fachleuten aus den Bereichen Architektur, Stadtplanung, Landschaftsarchitektur, Denkmalpflege usw., die eine beratende Funktion besitzen und bauliche Projekte optimieren. Es ist höchste Zeit, die Idsteiner Abgeordneten - auch im Bau- und Planungsausschuss - fachlich zu unterstützen! Es bieten sich in Idstein in naher Zukunft zusätzlich zum Gassenbacher Hof eine Reihe von Möglichkeiten an: Neugestaltung des Löherplatzes, Umgestaltung des Busbahnhofes, Gestaltung der Idsteiner Fußgängerzone usw. Der Idsteiner Bau- und Planungsausschuss besteht zu großen Teilen aus Laien und ein Bürgermeister sollte bisweilen über den Tellerrand schauen!